In der Gemeinderatssitzung am 21.01.2026 stand erneut das Thema Gemeinschaftshaus im Ortsteil Kürn auf der Tagesordnung. Konkret ging es um die Ausschreibung der Planungsleistungen. Es war dabei keineswegs das erste Mal, dass sich der Gemeinderat mit diesem Vorhaben beschäftigt hat.
Worum geht es konkret?
Im Rahmen der Bürgerbefragungen sowie der Auswertungen aus dem Gemeindeentwicklungskonzept (GEK), das wir als Gemeinderat in Auftrag gegeben haben, wurde ein klarer Bedarf für ein Gemeinschaftshaus in Kürn festgestellt. Im GEK-Bericht heißt es dazu:
Die Reaktivierung des Gasthofs „Zur Post“ als Vereins- oder Gemeinschaftshaus könnte als Treffpunkt und Vereinshaus die lokale Gemeinschaft stärken.
Auf dieser Grundlage hat sich die Dorfgemeinschaft Kürn gemeinsam mit den örtlichen Vereinen sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung und Gemeinderat intensiv mit möglichen Nutzungen beschäftigt. Da sich das Gebäude nicht im Eigentum der Gemeinde befindet, waren selbstverständlich auch Gespräche mit dem Eigentümer erforderlich.
Einigkeit beim Bedarf – unterschiedliche Meinungen zur Umsetzung
Schnell bestand Einigkeit darüber, dass für eine sinnvolle Nutzung eine Sanierung des Gebäudes notwendig ist. An diesem Punkt gingen die Meinungen jedoch auseinander. Fragen wurden laut wie:
Gibt es ein tragfähiges Konzept?
Kann sich die Gemeinde das leisten?
Warum sollte ein Gebäude saniert werden, das nicht der Gemeinde gehört?
Zum Thema Nutzungskonzept und Beteiligung der Dorfgemeinschaft wurde in der Sitzung am 21.01.2026 von den Vertreterinnen und Vertretern der Dorfgemeinschaft aus unserer Sicht ein schlüssiges und überzeugendes Konzept vorgestellt. Damit ist klar: Wer möchte das Gebäude nutzen, wie kann es genutzt werden und wie kann die Einbindung der Menschen vor Ort gelingen.
Die zentrale offene Frage: die Kosten
Offen blieb damit vor allem eine entscheidende Frage: Können wir uns das leisten?
Aktuell lässt sich diese Frage noch nicht beantworten. Die Kosten des Vorhabens sind derzeit nicht abschätzbar – auch deshalb, weil das Projekt grundsätzlich stark durch das Amt für Ländliche Entwicklung gefördert werden könnte. Welche konkreten finanziellen Belastungen letztlich auf die Gemeinde zukommen, ist zum jetzigen Zeitpunkt schlicht unbekannt.
Genau daraus ist auch das – zugegeben etwas zugespitzte – Bild entstanden, das diesen Beitrag begleitet: Förderung ist möglich, aber die Kosten sind noch unklar. Aus unserer Sicht ist deshalb der nächste logische Schritt, zunächst belastbare Zahlen zu ermitteln.
Was stand tatsächlich zur Abstimmung?
Im Beschlussvorschlag ging es nicht um eine Entscheidung für oder gegen die Sanierung, sondern ausschließlich um die Beauftragung eines Architekten zur Ermittlung der Sanierungs- und Gesamtkosten. Nicht mehr und nicht weniger.
Unser Fraktionsvorsitzender Merten Niebelschütz brachte es in der Sitzung treffend auf den Punkt:
„Wir brauchen Fakten, um überhaupt eine Entscheidung treffen zu können. Deshalb befürworten wir die Beauftragung eines Architekten. Wir müssen aufhören, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen.“
Aus diesem Grund haben wir dem Beschluss zugestimmt.
Fazit
Der Bedarf ist da, das Nutzungskonzept überzeugt und die Dorfgemeinschaft ist bereit, sich aktiv einzubringen. Jetzt gilt es, die Kosten transparent zu ermitteln. Erst auf dieser Grundlage kann verantwortungsvoll entschieden werden. Dafür ist die Beauftragung eines Architekten der richtige und notwendige nächste Schritt.
Fakten zum Beschluss
- Beschlussvorlage: 2026/1578 (Bauverwaltung)
- Thema: Ausschreibung der Planungsleistungen für das Gemeinschaftshaus im OT Kürn
- Ziel: Ermittlung einer Grobkostenschätzung und einer belastbaren Entscheidungsgrundlage
- Vergabeform: Verhandlungsvergabe ohne Teilnahmewettbewerb (national)
- Beauftragung: stufenweise, mit voller Entscheidungshoheit des Gemeinderats
- Haushaltsansatz für die Planung: 30.000 Euro
- Bewertungsgremium: Bürgermeister, je ein Fraktionsvertreter, Eigentümer sowie drei Vertreter der Dorfgemeinschaft Kürn
- Der Eigentümer hat angeboten, auf den Glasfaseranschluss bei eigenen Gebäuden zu verzichten, wodurch der Gemeinde rund 48.000 Euro Einsparung entstehen können
- Die endgültige Entscheidung über die Beauftragung trifft der Gemeinderat
Abstimmung
Wir als Bündnis 90/Die Grünen haben dem Beschluss zugestimmt.
Der Beschluss wurde mehrheitlich angenommen.
PS: Das verwendete Bild ist als humorvolle Karikatur gedacht. Es ist nicht unsere Absicht, einzelne Personen darzustellen oder zu kommentieren. Die Illustration ist KI-generiert und soll dem Thema lediglich bildhaft ein „Gesicht“ geben.

Danke an die Grünen, das ganze zu erläutern wie der Stand der Dinge ist! Sehr gut und danke für die Zustimmung zur Beauftragung der Architekten!